Tutorium

"Innovative Softwareunterstützung für das Wissensmanagement: Eine Integration von produkt- und prozessorientiertem Ansatz"

Tutoriumstermin und -zeit: Mittwoch 14.3.2001, 9.00-12.00 Uhr

Zusammenfassung

Das Tutorial stellt verschiedene Projekte zum  innovativen Software-Support von Wissensmanagement vor und stellt sie in den größeren Kontext einer systematischen Einordnung von Softwarelösungen für das Wissensmanagement. Ausgehend vom holistischen Wissensmanagement-Ansatz nach Nonaka & Takeuchi können wir den Software-Support in Kommunikationsunterstützung und Informationsmanagement-Unterstützung aufteilen. Neben der Diskussion existierender Tools in diesen beiden Bereichen und mit ihren jeweiligen Einsatzszenarien in der Praxis präsentieren wir Forschungsarbeiten, die auf eine weitergehende Integration der beiden Bereiche abzielen.

Beschreibung

Folgende Themen werden im Rahmen des Tutoriums angesprochen:
  1. Einleitung
    • Betriebswirtschaftliche Motivationen für das WM
    • Typische Themenstellungen des WM
    • Ein umfassender Ansatz zum betrieblichen WM
    • Produktorientierte vs. Prozeßorientierte Sicht auf das WM
    • Grundlegende Rolle von IT für das WM
  2. Beispiel-Anwendungsszenario: WM-Unterstützung durch Kommunikations- und Kollaborationstools für Communities of Practice
  3. Anwendungsbeispiel : Das Elektronische Störungsbuch der Saarbergwerke AG - Modellorientierte Informationsablage und -zugriff unterstützen umfassendere Wissensbewahrungs-, -nutzungs und Wissensentwicklungsprozesse
  4. Beispiel Basistechnologie: Multikriterielle Informationsstrukturierung in den Systemen Karat (DFKI GmbH) und CognoVision (DHC GmbH)
  5. Innovationspotential Geschäftsprozeßorientiertes Wissensmanagement: Integration strukturierter Archive mit Workflow-Automatisierung ermöglichen aktive, dynamisch kontextualisierte Informationsbereitstellung (Forschungsprojekte KnowMore - bmb+f gefördert - und Decor - EU gefördert)
  6. Fallstudie Know-Net: Integration von Kollaborationsunterstützung mit Lotus Notes und ontologiebasierter Informationsstrukturierung und -suche
    • Vorgehensmodell WM-Projekte
    • Integration Kollaboration-Informationsmanagement
    • Ontologiebasierte Informationsstrukturierung
  7. Zusammenfassung
    • Resümé der Fallstudien aus einer unifizierenden Sicht
    • Integrationspotentiale von produktorientiertem und prozeßorientiertem Software-Support
    • Nützliche Links und Pointer zum Weiterlesen und -fragen

Referenten

Ansgar Bernardi studierte Informatik und Elektrotechnik an der Universität Kaiserslautern. Nach dem Diplom in 1990 arbeitete er am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH Kaiserslautern) an Wissensrepräsentationsformalismen für technische Expertensysteme (XPS) und einer Methodologie für die computergestützte Arbeitsplanung auf der Basis von Skelettplänen und heuristischer Klassifikation. Später befaßte er sich mit der Nutzung von Wissenbasen für verschiedene XPS-Aufgaben und mit unterschiedlichen Domänensichten.  Nach Projektleitungen von öffentlich (bmb+f, EU) und privat (Saarbergwerke AG) geförderten Forschungsprojekten wurde er Leiter der Wissensmanagement-Gruppe am DFKI und stellvertretender Forschungsbereichsleiter der Abteilung Dokumentanalyse & Informationsmanagement.

Andreas Abecker studierte Informatik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kaiserslautern. Nach dem Diplom in 1994 und einer Studie zum Einsatz von Data Mining Techniken für die Kreditwürdigkeitsprüfung bei einer großen Schweizer Bank arbeitete er am DFKI an den Themen Wissensrepräsentation und Wissensevolution mit Machine Learning und Data Mining für Anwendungen in den Bereichen technische Konfiguration, Arbeitsplanung und wissensbasiertes Scheduling. Im bmb+f Projekt KnowMore und im EU-Projekt Know-Net erforschte er innovativen Software-Support für das WM durch die Integration von Workflow, formaler Wissensverarbeitung und ontologiebasiertem Dokumentmanagement. Seit Juli 2000 leitet er das EU-R&D Projekt Decor, welches Ideen aus vorherigen Grundlagenforschungsprojekten in Anwendungsfallstudien erprobt, weiterentwickelt und zur (Vor-)Produktreife bringt.

Stand: 15. Juni, 2000.