Tutorium

Methoden und Technik der begrifflichen Wissensorganisation in Betrieben

Tutoriumstermin und -zeit: Mittwoch 14.3.2001, 9.00-12.00 Uhr

Zusammenfassung

Das Tutorium stellt in kompakter und systematischer Form die vier wichtigsten Grundkompo-nenten der Wissensorganisation dar: Wissen, Texte, Benennungen und Begriffe. Wissensver-textung, Wissensordnung, Terminologiesammlung, Übersetzung, Dokumentanalyse, Recher-che und andere für die betriebliche Praxis wichtige Funktionen werden vor dem Hintergrund eingeführter Technologie und im Blick auf neue Entwicklungen behandelt. Dabei wird die Methode der begrifflichen Strukturierung als Basis der betrieblichen Wissensorganisation beschrieben und vorgeführt. Die damit verbundenen Anforderungen an die Führungskräfte und Fachleute aus dem Wissensmanagement werden ebenfalls behandelt.

Beschreibung

Im Zentrum des Wissensmanagements stehen die Bereitstellung von Wissen für die Mitarbei-ter, die Förderung der Zusammenarbeit, die Weiterbildung und weitere Maßnahmen, die die Effizienz, Beweglichkeit und Innovationsfähigkeit der Unternehmen verbessert. Diese Ziele erfordern betriebsorganisatorische Maßnahmen und eine entsprechende Unterstützung durch die Informationstechnik. Die Aufgabe und ihre praktische Durchführung sind unübersichtlich, weil neben den personellen Schwierigkeiten die sachlichen Zusammenhänge von mindestens vier Komponenten berücksichtigt werden müssen: Wissen, Texte (Dokumente), Benennungen und Begriffe. Das Tutorium geht von diesen vier Komponenten aus, um die Breite und Komplexität des Themas zu verdeutlichen. Es gibt einen konzentrierten Einblick in die systematischen Bezie-hungen dieser Komponenten und in die Softwaretechnik für Wissensorganisation. Dabei wer-den folgende betriebliche Funktionen unmittelbar angesprochen: Organisation, Information-stechnik, Informationswesen, Produktdokumentation und Übersetzung. Von der Verwirklichung der Wissensorgansiation im Betrieb profitieren als Endbenutzer vor allem Entwicklung, Produktion, Marketing, Vertrieb und Management. Das Tutorium will eine solide Grundlage für Entscheidungen im Gebiet des Wissensmanage-ments liefern. Dazu müssen die Schwierigkeiten des Wissensmanagements verstanden wer-den. Es sollen aber auch praktikable, zukunftsweisende Lösungen gefunden werden. Deshalb ist mit der Untersuchung der Probleme der gegenwärtigen Wissensorganisation zu beginnen: Wissensüberflutung, unzureichende Wissensdarstellung, mangelhafte Qualität der Recher-cheergebnisse u. a. Starr festgesetzte Ordnungsschemata führen Hierarchien ein, die dem technischen Wandel und den unterschiedlichen Aspekten der immer neuen Aufgaben nicht flexibel angepasst werden können. Ein großes Problem ist die Vielfalt der möglichen Benen-nungen für die spezifischen Themen, die die Unternehmen der verschiedenen Branchen und Märkte jeweils aktuell interessieren. Eine zusätzliche Herausforderung an die Wissensorgani-sation stellt die mit der Globalisierung einhergehende Multilingualität dar. Beim Ausbau der Informationstechnik für Wissensmanagement sind viele Entwicklungen zu berücksichtigen. Dokumentensysteme sind dabei eine wesentliche Komponente. Zunehmend brennender wird aber die Frage, wie man gespeichertes Material benutzergerecht gestaltet, indexiert und präzis wiederauffindbar macht. Das Tutorium behandelt u. a. folgende Lö-sungswege: Darstellung des betriebspezifischen Wissens in kompakter, modularer und ver-netzter Form, umfassende Vokabularien für den Zugriff auf das Wissen, flexible begriffliche Strukturierungen der Benennungen von Wissenseinheiten, mehrsprachiger Zugriff zum Wis-sen, Retrieval auf Basis von Konzepten. Die Dokumentsysteme müssen auch neue, auf begrifflichen Strukturen beruhende Retrieval-techniken unterstützen. Dazu wird mit der Vorführung des Programms Concepto ein konkre-ter Einblick in die Rolle von Wortschatz und Begriffstrukturierung für die Wissensorganisati-on gegeben. Es wird auf die organisatorische Integration von Dokumentation, Text- und Da-tenanalyse, Übersetzungsabteilung und anderer Bereiche eingegangen. Die Rolle und fachli-che Kompetenz von Experten für Wissensorganisation in Betrieben wird diskutiert.

Referent

Prof. Dr. Gerhard Rahmstorft war viele Jahre in der Industrie in den Bereichen Datenverarbeitung, Vertrieb, Ent-wicklung und Forschung tätig. Er hat an der Technischen Universität Darmstadt Nachrichten-technik studiert. In einem Zweitstudium hat er Linguistik, Philosophie und Buchwissenschaft studiert und an der Universität Mainz promoviert. Er ist seit 1995 Honorarprofessor an der Technischen Universität Darmstadt.

 

Stand: 7. Juni, 2000.